Bildungsangebote, Seminare, Vorträge und Workshops


4 Pakete - Kurzseminare, Ganztagesseminare 

Zielgruppen: PädagogInnen, Polizeikräfte, Justiz, SozialarbeiterInnen und Studierende

Ziel ist es im Rahmen einer SCHILF, SCHÜLF oder anderen Formen der Fortbildung PädagogInnen mit folgenden Inhalten vertraut zu machen, angepasst an die jeweiligen zeitlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen. Hier wird insbesondere mit der Pädagogischen Hochschule Linz und der PH Wien zusammengearbeitet.

Paket 1
Salafismus, politische Salafiyya und Dschihadismus:

Erkennungsmerkmale, Ideologen, Ideologie und Ideologeme dieser Ideologien
  • Wichtigste Protagonisten im deutschsprachigen Raum und deren Argumentationsmuster
  • Wichtigste Begriffe aus der Terminologie (als Erkennungsmerkmal)
  • Symbolik und Ikonografie dieser Gruppierungen
  • Bedeutung von sozialen Medien und Internet
Gründe für die Radikalisierung junger Muslime
  • Push- und Pullfaktoren
  • Identitätsdiffusion und Identitätssuche
  • Ideologisierung durch persönliche Kontakte und das Internet
  • Beispiele aus der Praxis

Prävention und Deradikalisierung
  • NGOs, Maßnahmen, interkultureller Dialog und interkulturelle Projekte (Praxis, Beispiele.)
  • Dekonstruktion von Ideologien und Argumentationen, durch counter-narratives
  • Workshops, Vorträge, Gruppen und Einzelgespräche, Betreuung von
  • Beispiele aus der Praxis

Paket 2
Migration mit dem Schwerpunkt, Religion, Identität und Islam

  • Überblick über die Bedeutung von Religion und Religiosität in den Migrationsgesellschaften und deren soziopolitische Bedeutung
  • Theorie, Praxis und Erkenntnissen aus Studien, zum Verstehen der Bedeutung von Religion und Religiosität als Anker der Identität(en).
  • Überblickt über Selbstorganisation von religiösen und kulturellen Vereinen und Verbänden, Beschäftigung mit sogenannter struktureller und sozialer Integration.
  • Fähigkeit „interkulturelle“ Kommunikationsprobleme als solche zu erkennen, zwischen kulturellen, religiösen und sozialen Problemen zu unterscheiden und geeignete AnsprechpartnerInnen bei weitergehenden Problemfeldern (Gewalt, politischer Extremismus, etc.) finden zu können. Dekonstruktion von Klischees und Stereotypen.
Inhalte:
  • Bedeutung von Religion, Religiosität und Identitätsbildung in Migrationsgesellschaften
  • Religion und Religiosität im säkularen Verfassungsstaat
  • Kurzüberblick über die grundlegenden Lehre und Praxis des Islams
  • Überblick über muslimische Selbstorganisationen und deren weltanschaulichen Ausrichtungen.
  • Wissensproduktion über „die Fremden“, Konstruktion von Wir-Gruppen.
  • Bedeutung von Moscheegemeinden, Kulturvereinen und konfessionellen Bildungseinrichtungen
  • Daten und Fakten zum Thema muslimische Religiosität, Migration, sozialer und struktureller Integration.

Angebot für Schüler/innen und Jugendliche

Paket 3
Angebot I
Politischer Extremismus, Salafismus und Dschihadismus, Ausgrenzung von Menschengruppen

Zielgruppen:
Schulklassen, SchülerInnen, Jugendliche und junge Erwachsene mit und ohne Migrationsgeschichte und unterschiedlichen religiösen und kulturellen Hintergründen.
In Schulklassen, Jugendeinrichtungen und Einrichtungen wo es zu einem Zusammentreffen von religiös und kulturell diversen jungen Menschen kommt, wurden und werden auch die Phänomene des politischen Extremismus und Salafismus und seine Ausprägungen im Inn- und Ausland diskutiert. In seiner extremsten Form zeigte sich eine Bereitschaft sehr junger Menschen als „Fremde Kämpfer“ in ausländische Kriegsgebiete zu reisen. Andererseits fördert es gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, welche sich gegen Menschen mit alternative Lebensentwürfe und Weltanschauungen richtet.
In diesem Workshop werden die Wirkung und Wechselwirkung extremistischer Ideologien thematisiert und mit den Zuhörerinnen und Zuhörern gemeinsam erarbeitet. Dabei werden die Ideologie des politischen Salafismus und Dschihadismus und ähnlicher ausgrenzender und gewaltverherrlichender Weltanschauungen, sowie ihre gesellschaftliche und politische Wechselwirkung in Geschichte und Gegenwart anschaulich dargestellt.
Dafür sind mindestens zwei Einheiten vorgesehen.

Inhalte:
Politischer Extremismus, politische Salafiyya und Dschihadismus:
  • Was sind Vorurteile und wie beeinflussen sie unser Verhalten gegenüber anderen Menschen
  • Erkennungsmerkmale, Strukturen und Äußerungsformen politischer Extremisten
  • Protagonisten im deutschsprachigen Raum erkennen
  • Argumentationsmuster und Feindbilder erkennen und entlarven
  • Symbolik und Ikonografie dieser Gruppierungen erkennen und entlarven
  • Anwendung von Gewalt und Wechselwirkung von Ausgrenzung andere Menschengruppen
  • Was kann ich tun?
Angebot II
Friedenspotentiale und menschliche Vielfalt versus Einfalt und Gewaltverherrlichung

Zielgruppen: Junge Menschen und junge Erwachsene mit muslimischem Hintergrund, im islamischen Religionsunterricht, in Moscheegemeinden und für muslimische NGOs.
Die Ideologen des Dschihadismus und der politischen Salafiyya versuchen mit religiösen Texten aus den Hauptquellen des Islam ihre politisch ideologische Weltanschauung und Weltdeutung zu begründen. Auch die Anwendung von Gewalt und der Hass gegenüber Andersdenkenden und alternativen Lebensvorstellungen versuchen sie durch religiöse Texte und Argumenten zu begründen. 
Zur Dekonstruktion der gewaltverherrlichenden und politisch-extremistischen Begründungen sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit ihnen unbekannten Texten aus den Primärquellen vertraut gemacht werden. Dazu gehören Texte welche menschliche Vielfalt, Frieden und Gewaltvermeidung beinhalten.
Es werden ebenfalls alternative Interpretationen der von Extremisten benutzten Grundlagentexte vorgestellt, die in Propagandavideos und Propagandatexten häufig verwendet werden.
Dafür sind zwei oder drei Einheiten vorgesehen, abhängig vom zur Verfügung stehenden Zeitrahmen. Eine Reihe von Workshops wären möglich. 

Inhalte:
Kurzüberblick über die politisch extremistischen Sondergruppen, deren Ideologen, Ideologien und deren Argumentationsweisen.
Grundlagentexte zum Thema Frieden, Gewaltvermeidung und Gewaltprävention in den zwei Primärquellen.
Tafsir (Textexegese) in Widerspruch zu den Interpretationen der Ideologien der politischen Salafiyya und des Dschihadismus.
Historische Beispiele als "Gegennarrative"

Methoden, Medien:
PPP und Textlektüre, Frontal, RSG, Gruppenarbeit, Diskussion


Paket 4
Antisemitismus, Antijudaismus (antimuslimische Ressentiments, Rassismus) und muslimisch-jüdischer Dialog

Ziel: Abbau von antisemitischen und antijüdischen Vorurteilen, Feindbildern, Klischees und Verschwörungstheorien, Förderung des wechselseitigen Verständnis

Phase 1: Auseinandersetzung mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit am Beispiel zeitgemäßer Beispiele
• Geschichte rassistischer Weltanschauungen und Konzepte
• Förderung von Empathie durch einen persönlichen, emotionalen Zugang
• Beispiele für das Zusammenleben zwischen Muslimen und Juden
• Entlarvung von historischen Fälschungen und Verschwörungstheorien

Phase 2: Input, Diskussionen und Kontakt mit Menschen die Erfahrung mit muslimisch-jüdischen Dialog haben und jüdischen Experten/innen zu einem weiteren Termin.

Phase 3: Praktische Umsetzung und interreligiöse und interkulturelle Begegnung durch mögliche Projekte.

Bereits existierende Projekte als Referenz:
Referenz: EMJD – „European Muslim Jewish Dialog“, in Deutschland (Cafe Abraham) und Österreich, konkret in Wien: Muslimisch-Jüdischer Dialog mit Kooperationspartner der „Jüdischen Hochschülerschaft Österreich“, der Foundation of Ethnic Understanding (Koordination in Paris, Leitung in New York City).  Lokale „weekend of twinnings“ und EMJD-Treffen zwischen verschiedenen muslimischen und jüdischen MultiplikatorInnen.
https://www.facebook.com/mjdaustriagermany